Interviews

2017 – Lovelybooks

Auf einen Tee mit…

Von der MTV Redaktion in die Regale zahlreicher Kinder und Jugendlicher – aber auch Erwachsener, das schafft nur Stephanie Polák. Für uns legte die Autorin eine kleine Schreibpause ein, um mit uns über Kinder, Katzen und Schokolade zu sprechen.

Liebe Stephanie, was ist dein Lieblingsgetränk?

Das ist abhängig von Tages- und Jahreszeit. Sobald das Thermometer unter 15 Grad fällt, trinke ich am liebsten Tee. Im Sommer schwenke ich dann um auf Apfelschorle.

Was ist das schönste Feedback, das du von Lesern erhalten hast?

Ein Mädchen schrieb über mein Jugendbuch “Mein Sommer mit Holly”, dass es eins der besten Bücher ist, das sie je gelesen hat. Und ein anderes Mädchen hat mit der Holly eine Buchvorstellung im Schuhkarton gemacht. Das finde ich besonders zauberhaft, wenn sich Kinder dann aktiv und kreativ mit meinen Geschichten auseinandersetzen.

Gibt es ein Genre, das dich als Autorin reizt?

Ich würde wahnsinnig gerne einen Krimi schreiben, aber dazu fehlt mir jegliches kriminalistische Denken.

Wann kommen dir die besten Ideen.

Im Alltag mit meinen Kindern. Und manchmal, wenn schon lange keine neue Idee mehr von alleine kam, setze ich mich hin und suche aktiv nach Einfällen. Das ist der unromantische und anstrengende Weg, geht aber auch.

Welche Musik hörst du gerne beim Schreiben?

Gar keine! Das lenkt mich zu sehr ab. Ich brauche absolute Ruhe, denn Prokrastination ist mein steter Begleiter. Wenn ich Musik höre, komme ich auf die absurdesten Ablenkideen: Wie hieß diese Band noch? Und der Sänger? Wie sieht der heute wohl aus? Wie hieß die Frau, mit der er mal eine Affäre hatte? Was macht die jetzt wohl? Und überhaupt, was macht mein Schwarm aus der 9.Klasse heutzutage? Uih, der hat sich aber nicht so gut gehalten. Schwupps, ist ein Arbeitstag um …

Hast du ein Lieblingswort?

Urlaub!

Welchen anderen Job würdest du gerne für einen Tag ausüben?

Irgendwas mit Tieren. Zum Beispiel wäre ich gerne für einen Tag Tierpfleger im neuen Berliner Panda-Gehege oder in einer Seehundstation. Das muss doch ein Traum sein!

Wie prokrastinierst du am liebsten?

Auf jede nur erdenkliche Art! Surfen im Internet, natürlich getarnt als Recherche. Scheuerleisten putzen. Löcher in die Luft starren. ….

Welche Nervennahrung hilft dir beim Schreibprozess?

Schokolade, Schokolade, Schokolade.

Hast du für uns einen Tip für eine gute Serie?

TV-Serie? Oh je, ich bin süchtig! Breaking Bad, Modern Family, Shameless, Game of Thrones, …

Welches Buch verschenkst du gerne?

Das kann ich so gar nicht sagen, kommt ja auf die Person an. Kindern schenke ich gerne Bücher von befreundeten AutorInnen. Erwachsenen schenke ich Bücher, die mich selber begeistert haben. Kürzlich war das zum Beispiel “Die Geschichte der Bienen”, ja, das würde ich wohl aktuell einer Freundin schenken.

Wohin sollen wir unbedingt einmal reisen und welches Buch soll uns auf dieser Reise begleiten?

Urlaub und Lesen – das schließt sich seit einigen Jahren bei mir aus. Genaugenommen, seit ich Kinder habe. Da bleibt in den Ferien keine Zeit mehr für Bücher. Wir waren aber diesen Sommer in Südengland, was uns wahnsinnig gut gefallen hat. Folgende Bücher hätte ich dort gerne gelesen: “Harry Potter” in London und “Der Hund von Baskerville” im Dartmoor.

Welches Tier wärst du?

Vermutlich eine Katze.

Gibt es etwas, was du gerne können würdest?

Wenn ich so schnell schreiben könnte, wie ich denke, wäre das enorm hilfreich.

Wofür hast du eine Schwäche oder heimliche Leidenschaft?

Stifte, Notizblöcke und so Schnickschnack. Ich kann keinen Schreibwarenladen verlassen, ohne etwas zu kaufen.

Und zu guter Letzt: Welche Figur aus einer Buchwelt würdest du gerne treffen? Und was würdet ihr unternehmen?

Ich möchte Pippi Langstrumpf nach Taku-Tuka-Land reisen, Harry Potter beim Quidditch anfeuern und mit Anne Shirley unter den Giebeln von Green Gables träumen.

Interview bei Lovelybooks

2015 – „Katze mit Buch“, Anette Leister

Liebe Stephanie,

vielen Dank, dass ich dir einige Fragen zu deiner Arbeit und deinem neuen Kinderbuch stellen darf.

Wie entstand die Idee, einen Kinderroman mit Rezepten zu schreiben, liest du diese Art Bücher selbst besonders gern?

Manchmal ergeben sich Dinge ganz von selbst. Eine Idee fängt ja ganz klein an und wird im Laufe der Zeit immer größer. Zuerst war da also Cleo in meinem Kopf und der Rest (das Tortenparadies, die Freundinnen und eben der Kuchenclub) kamen viel später. Die Rezepte ergaben sich dann später durch Zufall beim Schreiben.

Von wem stammen die Rezepte? Sind sie alle von dir, der Illustratorin oder dem Verlag getestet worden?

Die Rezepte habe ich mir nicht selbst ausgedacht! So gut backen kann ich gar nicht, dass ich eigene Rezepte entwickeln könnte. Das sind Fundstücke, die wir bei Freunden und Bekannten gesammelt haben. Und ja, der Verlag hat tatsächlich die Rezepte probegebacken. Ich finde, das ist ein echtes Engagement!

 Was war zuerst da, die Geschichte oder die Rezepte?

Die Geschichte war zuerst da. Aber zum Glück kam mir die Idee mit den Rezepten relativ früh. Um genau zu sein, am Ende von Kapitel 2, als Cleo mit ihren Eltern im Kuchenladen sitzt und die Mutter eine neue Kuchenkreation präsentiert. Genau das war die Stelle, an der ich gerne das Rezept zu dem Kuchen gehabt hätte. Und so war die Idee, jedem Kapitel ein Rezept zuzuordnen, schnell geboren.

Wird es noch weitere Geschichten über den Kuchenclub geben?

Ja, das ist geplant, sogar schon für nächstes Jahr! Ich grübele gerade, wie es weitergeht mit Cleo und dem Rest der Mädchen. Thematisch wird das Backen noch eine Rolle spielen, aber nicht mehr so sehr wie in Band 1. Mehr wird aber noch nicht verraten!

 Hast du eine Lieblingsfigur unter den Mädels des Kuchenclubs und wenn ja, warum gerade diese?

Ach, das ist eine schwierige Frage. Die vier Mädchen sind so unterschiedlich und jede ist auf ihre Art und Weise liebenswert. Wenn ich mich aber entscheiden müsste, würde ich wohl Jule wählen, weil sie sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt.

Hast du schon Rückmeldungen von der Zielgruppe zum Kuchenclub erhalten? Wie kommt das Buch bei den Kindern an?

Bislang waren die Rückmeldungen von Kindern sehr positiv. Die Tochter von guten Freunden hat den Kuchenclub als ihr neues Lieblingsbuch auserkoren – das freut mich natürlich. Ein anderes Mädchen backt mit ihrer Mutter Woche für Woche ein Rezept nach. Auch das finde ich ganz toll. Also, ja, bislang waren meine Leserinnen sehr zufrieden.

 Was ist für dich schlimmer: gar kein Feedback oder negatives Feedback von den Lesern zu deinen Büchern zu erhalten?

Um ehrlich zu sein – ich hoffe, ich bereue diese Aussage später nicht mal – ist gar kein Feedback schlimmer. Denn so weiß ich ja gar nicht, ob das Buch überhaupt gelesen wurde. Da ist es mir doch schon lieber, wenn man mir sagt, was einem nicht gefallen hat. Denn dann kann ich darüber nachdenken und beim nächsten Mal vielleicht was besser machen. Am allermeisten freue ich mich aber natürlich über Lob.

Gibt es (Kinderbuch-)Autoren, die zu deinen Vorbildern zählen oder die dich zu deiner Arbeit inspiriert haben?

Vorbilder – das kann ich so nicht sagen. Es gibt natürlich unendlich viele Kinderbuchautoren, die ich schätze und bewundere. Ich bewundere Autoren, die neue, fantastische Welten schaffen. Ich bewundere aber auch Autoren, die einen feinen und ungewöhnlichen Umgang mit der Sprache haben. Aber ich bewundere sie eben dafür, Vorbilder sind es nicht, denn ich möchte ja niemanden nachahmen. Ich bin ich und möchte so schreiben, wie es aus mir herauskommt. Hätte ich jetzt ein klares Vorbild, würde ich doch wohl Gefahr laufen, denjenigen zu imitieren und dann würden sich meine Geschichten nicht mehr echt anfühlen.

Was hältst du davon, wenn bei Neuauflagen die Sprache in Kinderbuchklassikern oder gleich das ganze Erscheinungsbild einer Figur modernisiert wird?

Ganz ehrlich, ich bin davon gar kein Freund. Es gab ja um Pippi Langstrumpf lange Diskussionen und nun auch um Pumuckl, der plötzlich erschlankt war. Meiner Meinung nach steht ein Buch mitsamt seiner Sprache für eine Zeit. Wenn in Pippi Langstrumpf, Der kleinen Hexe u.ä. das Wort „Neger“ vorkommt, ist das natürlich nicht mehr zeitgemäß, aber ich denke, man wäre mit einer erklärenden Fußnote besser bedient, als mit dem Radiergummi. Wir können unsere Geschichtsbücher ja auch nicht umschreiben, nur weil uns die deutsche Vergangenheit so nicht mehr gefällt. Nein, daraus soll man lernen und das kann man aus Sprachveränderungen ebenso. Ich bin davon überzeugt, dass ein paar erklärende Worte mehr bewirken als die Lösch-Taste. Oder trauen wir unseren Kindern wirklich so wenig Verstand zu?

 Kannst du dir auch vorstellen, etwas im Bereich der Erwachsenenliteratur zu schreiben oder bleibst du den Kinder- und Jugendbüchern treu?

Im erster Linie bleibe ich den Kinder- und Jugendbüchern treu. Aber einen Erwachsenenroman könnte ich mir tatsächlich irgendwann mal vorstellen. Mal sehen, wann und ob ich das jemals in Angriff nehmen werde.

Hast du bereits weitere Projekte in Planung?

Oh ja, einiges. Im Frühjahr 2016 erscheint bei arsEdition mein Jugendbuch „Mein Sommer mit Holly“. Darauf freue ich mich sehr, denn es ist eine schöne Sommerferiengeschichte rund um zwei völlig unterschiedliche Mädchen, das Filmedrehen, Großeltern, usw. Das Buch hat sehr viele persönliche Züge. Ich habe ja früher auch beim Film gearbeitet und konnte diese Erfahrungen nun endlich mal in Buchform umsetzen. Und ich habe als Kind auch viel Ferienzeit mit meinen Großeltern verbracht. Auch da habe ich viele Erinnerungen einfließen lassen. Ja, es war ein riesiger Spaß, dieses Buch zu schreiben!

Dann ist für den Herbst 2016 ein Jugendbuch beim Oetinger TB/Pink geplant. Das muss ich Ende des Monats abgeben. Und der zweite Band von der Cleo wird ebenfalls im Herbst 2016 erscheinen.

Außerdem war ja gerade die Buchmesse in Frankfurt, wo meine Agentin neue Ideen vorgestellt hat. Es wird also sicher nicht langweilig.

 

Vielen Dank für das Interview und das Treffen auf der Buchmesse 🙂

zum Interview auf Katze mit Buch (2015)

2012 – Kleinstyle

Wenn du Ideen für eine neue Geschichte hast, schreibst du diese dann für deinen Sohn?

Mein Sohn ist gerade 4 Jahre alt geworden. Als ich das Prinzessinnenbuch geschrieben habe, war er noch nicht mal 3 und hat sich eher für Feuerwehr und Polizei interessiert. Also nein. Und ganz allgemein schreibe ich eher für ältere Kinder, meistens ab 8. Dafür ist er noch zu jung. Na, ich denke, wir werden uns da im Laufe der Zeit annähern.

Ist dein Sohn selbst dein größter Kritiker?

Noch nicht – s.o. 😉 Dennoch wohne ich mit meinem größter Kritiker unter einem Dach: Mein Mann liest meine Geschichten als erster und ist meist sehr kritisch. Und das ist gut. Man selbst verliert ja manchmal den Blick für eine Geschichte. Da ist es super, wenn man Leute mit Adleraugen hat, auf die man vertrauen kann. Zu meinen Testleserinnen gehören auch drei liebe Kolleginnen, deren Meinung mir sehr wichtig ist. Und meine Agentin natürlich, die mir manchmal eine Geschichte schon vor dem Schreiben ausredet, oder darauf besteht, dass ich am Plot feile. Das tut im ersten Moment weh, aber der Geschichte im Endeffekt gut.

Wo kaufst du am liebsten Kinderbücher?

Überall, wo ich welche kriegen kann. Andere Frauen kaufen ständig neue Schuhe, ich kaufe Bücher, egal wo. Dabei habe ich gar nicht die Zeit, die alle zu lesen.

Hast du selbst ein Lieblingsbuch aus deiner Kindheit? Welches?

Ich war als Kind schon Leseratte. Meine Pippi Langstrumpf-Bücher sind ganz zerfleddert vom vielen Lesen. Außerdem habe ich „Der kleine Vampir“ geliebt und alles von Erich Kästner, Enid Blyton und Else Ury (besonders „Professors Zwillinge“). Ein Lieblingsbuch kann ich da gar nicht ausmachen, es waren zu viele.

Vermisst du manchmal dein altes Leben mit den ganzen Stars und Sternchen? Wann besonders?

Bislang nicht. Ich habe mich ja bewusst dafür entschieden, meinen Job bei Film und Fernsehen an den Nagel zu hängen. Zum einen, um mehr Zeit für mein Kind zu haben, zum anderen, um mir meinen Traum vom Schreiben zu erfüllen. Bereut habe ich das noch keinen einzigen Tag. Im Gegenteil. Früher war mir das Wochenende grundsätzlich zu kurz. Jetzt freue ich mich mehr denn je auf den Montag, wenn das Kind wieder in den Kindergarten geht und ich mich an meinen Schreibtisch setzen kann um zu schreiben.

zum Interview mit kleinstyle.com (2012)